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Yoga

19 Februar

Was ist Yoga?

Ich möchte meine Blog-Yogareise mit der Frage beginnen, was Yoga eigentlich ist. An was denkt ihr zuerst, wenn ihr das Wort Yoga hört? Vielleicht an die unterschiedlichen Körperübungen, die Asanas, vielleicht an Atemübungen, Pranayama, Meditation oder Entspannung? An Verrenkungen, oder das Tönen von OM oder ...?

Zur Beantwortung der Frage was Yoga eigentlich sei, wollen wir in die Vergangenheit reisen, und zwar zum Yoga Sutra. Das Yoga Sutra ist ein zentraler Quellentext des Yoga und wurde von Patanjali, einem indischen Gelehrten, vor ca. 2000 Jahren verfasst. Wörtlich übersetzt bedeutet Sutra „Faden“. Das Yogasutra ist also sozusagen ein Leitfaden für Yoga und besteht aus 195 Versen in vier Kapiteln, in denen die Essenz des Yogaweges in konzentrierter Form dargestellt wird. Es ist eine der ältesten Überlieferungen der Yogatradition. Dieser Yogaleitfaden erläutert, was Yoga ist, wie der Yogaweg aussieht und wie man zu sich selbst finden kann und schlussendlich Erleuchtung erfährt. Wobei letzteres sicher bei den meisten von uns nicht unbedingt im Zentrum unserer Yogapraxis steht.

Im ersten Kapitel, Vers 1.2 definiert Patanjali, was Yoga ist :

„ Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist “.

Lasst uns hier kurz einmal innehalten, um unsere Aufmerksamkeit nach innen zu lenken. Setz dich für einen Moment bequem hin, richte die Wirbelsäule auf und schließe die Augen. Beobachte, was in dir vorgeht; wie viele Gedanken, Gefühle, Empfindungen tauchen auf? Wie ​ still ist es in deinem Geist bzw. wie lärmend? Wenn du diese kleine Übung nach vielleicht 1-2 Minuten beendest, wirst du wahrscheinlich feststellen, dass es in deinem Geist wahrscheinlich nicht besonders still ist. Buddha hat das den „Monkey-Mind“ genannt, der für das steht, was wir im Deutschen als „Gedankenkarussell“ bezeichnen. Wir springen von Gedanke zu Gedanke, wie ein Affe von Baum zu Baum hüpft. Unser Geist ist in der Regel unruhig, unkontrolliert, unbeständig und launisch und erzählt uns gerne Geschichten – die wir dann (leider) häufig auch noch glauben...

Yoga hatte also ursprünglich gar nichts mit den Körperübungen zu tun, mit denen wir Yoga heute im Allgemeinen assoziieren. Wann und wie kamen also die Asanas ins Bild? Eine Geschichte geht so:

„Schon die alten Inder mussten erfahren, dass der Geist unruhig ist, und dass das mit der Selbsterkenntnis und der Erleuchtung ein steiniger und langer Weg werden würde. Also zogen sie sich in den Wald zurück um zu meditieren und dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen. Mit der Zeit tat ihnen vom vielen Sitzen der gesamte Körper weh und sie fühlten sich steif und ungelenkig. Als Lösung erfanden sie die Körperübungen, die den Körper kräftigten und mobilisierten und für das Sitzen vorbereitete. Diesen Übungen, den Asana, gaben sie – weil sie ja im Wald wohnten – Namen aus der Natur: Der Baum, die Kobra, der Hund, die Heuschrecke etc.“

Ich weiß nicht, ob diese Geschichte tatsächlich wahr ist, aber mir gefällt sie:-)

Ich persönlich verstehe Yoga als ein Weg, der meiner körperlichen und mentalen Gesundheit zuträglich ist und mir (oft) mehr Gelassenheit und Zuversicht beschert. Yoga ist für mich eine Möglichkeit, mich immer wieder mit mir – und damit auch mit meiner Umwelt – zu verbinden. Die Schätze aus der „Werkzeugkiste Yoga“ sind eine achtsame Asanapraxis, Atemübungen, auch Pranayama genannt, und Meditation. Mehr dazu bald hier oder auf der Yogamatte in der Praxis.

OM, Shanti, Shanti, Shanti

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